Das Lab Management des Team Foundation Servers eignet sich besonders gut um darin Coded UI Tests automatisiert im Rahmen eines Builds auszuführen. Der Build setzt die VM dabei auf einen Snapshot zurück, deployed die Applikation dann in die VM und führt dann die CUIT aus. Wie das Ganze funktioniert habe ich in einem Webcast beschrieben (http://www.microsoft.com/germany/msdn/webcasts/library.aspx?id=1032476976).
Dabei kann allerdings nun ein Problem auftreten. Der Test meldet bei der Ausführung:
“Automation engine is unable to playback the test because it is not able to interact with the desktop. This could happen if the computer running the test is locked or it’s remote session window is minimized.”
Das Problem besteht darin, dass der CUIT eine interaktive Desktop Session benötigt um darin ausgeführt werden zu können. Als ich mich mit dem Environment Viewer auf die Environment verbunden habe, konnte ich feststellen, dass die VM beim Anmeldebildschirm stand. Das hatte ich nicht erwartet das die VM mit einem Autologon versehen war und ich den Snapshot auch im angemeldeten Zustand erstellt habe. ich hätte also erwartet, dass die VM nach einem Restore des Snapshots auch wieder angemeldet ist und der Test problemlos laufen kann.
Um die Ursache des Problems zu erläutern müssen wir etwas tiefer einsteigen. Der Environmen Viewer hat 2 Betriebs-Modi. Einmal Host-based und einmal Guest-based. Der aktuelle Modus wird rechts unten im Environment Viewr angezeigt

Host-based ist dabei die Verbindungsart bei der der Environment Viewer über den Hyper-V Host auf die VM zugreift. Dieser Modus erlaubt es auch mit der VM zu interagieren wenn diese noch gar nicht komplett hochgefahren ist, z.B. um aus dem Boot-Menü einen Eintrag zu wählen.
Guest-based ist eine normale RDP (Remote Desktop Protocol) Verbindung. Dafür muss die VM bereits hochgefahren sein. Guest-based Verbindungen sind etwas performanter und erlauben auch zusätzliche Features wie z.B. den Austausch von daten über die Zwischenablage.
Host-based wird dann verwendet wenn:
1.) Der client der den Environment Viewer ausführt als Betriebssystem mindestens Windows XP SP3, Windows Visua SP1, Windows 7 oder Windows Server 2008 ausführt und
2.) Der Benutzer der den Environment Viewer ausführt auch der Ownder der Environment ist

Weitere Informationen zu den verschiedenen Connection Types finden sich unter http://msdn.microsoft.com/en-us/library/ee518907.aspx.
Zurück zu dem obenen beschriebenen Problem. Der Build funktioniert nur dann, wenn der Snapshot auf den der Build zurücksetzt im Host-based Modus erstellt wurde. Andernfalls bekommt man auch in der Build Definition bei der Auswahl des Snapshots einen entsprechenden Hinweis.

Zu beachten ist allerdings, dass dieser Hinweis nur an dieser Stelle kommt, d.h. wenn man den Wizard des Lab BuildProcessTemplates anzeigt oder bei der Ausführung bekommt man keinen Hinweis mehr. Problem bei mir war, dass ich den Snapshot initial im Host-based Modus erstellt hatte und damit den Build angelegt habe. Anschließend habe ich den Snapshot aber gelöscht und neu angelegt und nun war ich im Guest-based Modus.
Problem-Lösung:
Wie lösen wir nun also dieses Problem? Es gibt zwei Möglichkeiten:
1.) Wir erstellen die Snapshots immer im Host-based Modus. Dazu müssen wir im Environment Viewer mit dem Benutzer angemeldet sein der auch der Owner der Environment ist. Wie man den Owner einer Environment ändert ist hier beschrieben: http://blogs.msdn.com/b/lab_management/archive/2010/11/08/enabling-host-based-connection-for-virtual-environments.aspx
2.) Wir verwenden einen Snapshot der im nicht gebooteten Zustand der VM erstellt wird. Der Build startet die VM dann automatisch und die VM nutzt einen Autologon um sich anzumelden. Damit kann der CUIT nun auch ausgeführt werden.