Was macht ein wirklich gutes Daily-Scrum aus?

Aller Anfang

Als ich das erste Mal mit dem Daily/Scrum vor einigen Jahren in Berührung kam, haben wir im Daily-Scrum folgendes Format gefahren.

Jeder erzählt der Reihe nach:

  • Was habe ich gestern gemacht?
  • Was möchte ich als nächstes tun?
  • Was hat mich behindert? Welche Probleme sind aufgetreten?

Was war die Konsequenz aus diesem Format? Das Daily war ein Status Meeting. 80% der Zeit hatten wir über die Vergangenheit geredet und ca. 20% über den heutigen zu planenden Tag. Von der Synchronisation waren wir daher auch noch einige Schritte entfernt. Wir hatten bemerkt das wir ein Status Meeting gefahren haben. Aber es hat trotzdem noch einige Zeit gedauert bis wir das Format umgestellt hatten.

Eine Verbesserung

Mit Blick auf das Sprint-Backlog haben wir angefangen die PBIs von oben nach unten zu besprechen mit den folgenden Fragen im Hintergrund:

  • Was haben wir gestern an diesem PBI erreicht?
  • Was wollen wir heute an diesem PBI als nächstes tun?
  • Was behindert uns um das PBI fertig zu bekommen?

Was als erstes auffällt wir hatten es geschafft weg vom „ich“ hin zum „wir“ zu kommen. Wir hatten es außerdem geschafft im Daily wichtige Diskussionen für die Tagesplanung zu generieren. Wir haben den Status eines Synchronisations-Meetings erreicht und wir haben die Gewichtung von einem Status Meeting (ca. 30-40%) hin zur Tagesplanung (70- 80%) verändert. Weiterhin sind wir meistens nach ca. 10 Minuten mit dem Daily fertig. Mit dem vorherigen Format hatten wir meistens Probleme die Time Box von 15 Minuten einzuhalten.

Ist das schon alles?

Ist das das Ende? Sollten wir wirklich im Status eines Synchronisations-Meetings verweilen oder haben wir hier noch Luft nach oben. Was ist das Ziel eines guten Dailys? Wir wollen einen Einsatzplan für den kommenden Tag generieren. Wie komme ich zu einem guten Einsatzplan? Brauchen wir ein Tagesziel so dass wir uns auf die wichtigen Dinge des Tages fokussieren?

Was macht ein gutes Tagesziel aus?

  • Es sollte gut erreichbar sein
  • Es sollte uns einen positiven Spirit geben
  • Es müssen nicht alle daran arbeiten
  • Das Team sollte alles dafür tun, damit das Tagesziel erreicht wird.

Das Ganze treibt mich zur nächsten Frage. Kann man ein Tagesziel definieren ohne ein Sprintziel zu haben? Diese Frage kann ich momentan noch nicht beantworten.

Ich betreue als Scrum Master zurzeit drei Teams. In einem Team haben wir richtig Druck, wir haben ein Sprintziel und es ist noch ein sehr junges Team. Wir arbeiten seit ca. 3 Monaten zusammen. Der Vorschlag ein Tagesziel wurde sofort angenommen und hat weitere gute Diskussionen im Daily angeregt. Es wurde ein richtig guter Einsatzplan für den Tag generiert.

Meine beiden anderen Teams arbeiten schon seit Jahren zusammen und hier hat der Vorschlag zum Nachdenken angeregt. Ich denke auch dadurch, dass diese bereits solange zusammenarbeiten, müssen erst mal die Vorschläge wirken bis sie eventuell als Experiment ausgeführt werden. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich bin gespannt ob wir durch die Einführung eines Tagesziels eine Veränderung erreichen. Ich werde davon berichten…